Seiten, keine Personen: Promo via Facebook richtig machen

Ob man Facebook nun persönlich nutzt oder nicht: Als Promotiontool kann man es sich fast nicht mehr leisten, diese Platform zu ignorieren. Viel kann man dabei auch nicht falsch machen, alles ist schnell zusammengeklickt und mit Basis-Inhalten befüllt. Einige wenige Dinge kann man aber so grundsätzlich falsch machen, das man mehr Schaden anrichtet als Gewinn. Um diese „Anfängerfehler” vermeidbarer zu machen, schreibe ich die wichtigsten Punkte mal auf, mit einem Fokus auf Künstler/Gestalter sowie künstlerische und soziokulturelle Projekte. Der Text richtet sowohl an aktive Facebook-Nutzer als auch an komplett Unerfahrene.

1. Keine Person anmelden, die keine Person ist.

Auf Facebook gibt es 2 grundsätzlich verschiedene Arten von Profilen: Personen und Seiten. Man könnte es auch „Menschen” und „Dinge” nennen, denn so ist es auch gedacht:

Personen-Profile sind für Menschen da und Seiten-Profile für Produkte und Institutionen.

Seiten sind also für z.B. Marken, Firmen, Fussballvereine sowie Personen des öffentlichen Lebens. Letzteres ist vielleicht ein bisschen verwirrend, weil Prominente ja auch Menschen sind, aber in diesem Fall schließen sich die beiden Profil-Sorten auch gar nicht aus, sondern sind ein gutes Beispiel für den Unterschied zwischen ihnen. Der Musiker Mario veröffentlicht unter dem Namen „Douglas Greed” Musik. Konsequenterweise hat also Mario ein Profil und Douglas Greed eine Seite.

Warum aber ist es denn nun so wichtig, diesen Unterschied zu verstehen und anzuwenden?

Menschen können mehr als Dinge.

Anders gesagt: Menschen dürfen mehr als Dinge (jedenfalls in Facebook). Sie dürfen sich mit anderen Menschen befreunden und dann mit denen interagieren, z.B. Nachrichten schreiben, ihre Pinnwand lesen und eben auch die nur für Freunde sichtbaren Fotos anschauen. Und hier liegt das Problem: Jeder, dem seine Privatsphäre noch ein bisschen was wert ist (auch solche gibt es noch auf Facebook…) sollte 1. darauf achten was er für alle und was er nur für Freunde freigibt und 2. einen Überblick darüber behalten, wer diese Freunde denn überhaupt sind (sonst kann man ja auch zu 1. keine sinnvolle Entscheidung treffen).

Taucht nun eine Firma, ein Projekt oder sonstiges plötzlich als Person bei Facebook auf und „will mein Freund sein” kann ich nur schwierig nachvollziehen, wer dahinter stehen könnte. Und langfristig gesehen wird es noch schwieriger, weil ja der Betreuer gewechselt haben könnte oder auch 100 Mitarbeiter inzwischen Zugriff haben. Bei Personen gibt es eine ähnliche Gefahr in Form von gefälschten Profilen, also Menschen die sich als tatsächliche Bekannte ausgeben. Hier hat man aber meist die Möglichkeit auf einem anderen Kanal nachzufragen oder es ist auf Grund des Verhaltens absehbar, das etwas nicht stimmt. Es gibt eine ganze Reihe Menschen, die solche Anfragen prinzipiell nicht annehmen, egal wie sympathisch das Projekt ist (und der Autor gehört zu ihnen).

Eine Seite wiederum kann nicht mein Freund werden, ich kann aber Fan einer Seite werden. Freunde werden ist ein zweiseitiger Vorgang: Einer fragt an, der andere bestätigt und tauscht man auch gleichwertige Rechte aus: du darfst meine Fotos sehen, ich deine. Fan werden ist ein einseitiger Vorgang: Ich klicke und werde Fan. Die größte Auswirkung ist nun, das die Nachrichten dieser Seite zwischen den Nachrichten meiner Freunde auftauchen (die Fotos der Seite hätte ich auch vorher schon sehen können, da Dinge keine Prvatsphäre brauchen). Im Gegenzug tauche ich in anonymisierter Form in den Statistiken der Seite auf, also z.B. als einer von „500 Impressionen” oder als Teil der „Leute zwischen 20 und 30”. Ich erlaube aber keinen weiteren Zugriff, den die Seite ist ja nicht mein Freund, sondern andersherum. (Ganz genau gesehen hat Facebook irgendwann einmal „Fan werden” und „Gefällt mir” (Like) zusammengeführt. Allerdings nicht die Funktionalität, sondern nur die Begriffe — man kann alle möglichen Dinge wie z.B. Bilder liken ohne weitere Auswirkungen. Sagt man jedoch zu einer Seite „Gefällt mir”, dann wird man Fan. Das macht das ganze nicht unkomplizierter, aber mit den alten Begriffen lässt es sich leichter erklären.)

Dinge können weniger als Menschen — aber bessere

Das man bei einem nicht kleinen Kreis der Nutzer auf prinzipielle Ablehnung stoßen wird, wenn man die Trennung von Personen und Seiten missachtet, sollte für die meisten schon Grund genug sein sich daran zu halten. Eine Seite zu haben bringt aber auch noch Vorteile, die Personen verschlossen bleiben. Dazu gehören erwähnten Statistiken zur Reichweite der Inhalte und ein paar Informationen zur Demographie „Fans” und wieviel mehr oder weniger sie diese Woche geworden sind.

2. Eine Facebook-Seite erstellen

Zu den Beschränkungen der Seiten gehört, das man sich nicht als Seite einloggen kann, sondern nur als Person(Diese Designentscheidung ist wahrscheinlich auch maßgeblich für die Verwirrung zu dem Thema verantwortlich). Aus Sicht von Facebook ist das kein Problem, denn sie gehen einfach davon aus das jeder ein (Personen-)Profil hat. Und nur Personen können Seiten verwalten.

Jeder Seite sind 1 oder mehrere Personen als Administratoren zugeordnet.

Hat man selbst noch kein Personen-Profil bei facebook, muss man also zwingend einen Account anlegen. Dieser muss nicht unbedingt mit deinem echten Namen verknüpft sein, sollte es aber in den meisten Fällen. Denn auch wenn es reichlich Personen-Profile mit Fantasienamen gibt, soll man laut den Nutzungsbedingungen seinen echten Namen verwenden. Andernfalls droht zumindest theoretisch eine Sperrung des Accounts, wodurch kein Zugriff auf die eigenen Seiten mehr möglich wäre. An das Personen-Profil selbst werden aber keine weiteren Anforderungen gestellt um Seiten zu erstellen, man kann also sich also auch ein relativ “leeres” Profil nur mit den Mindestinformationen anlegen. Werden in den Kontoeinstellungen alle Privatsphäre-Optionen aktiviert, ist die neue Person nun mehr oder weniger versteckt, man kann also nicht über die Suche finden etc.

Die Erstellung der Seite selbst ist ziemlich simpel. Klicke hier: facebook.com/pages/create.php oder gib im Suchfeld „Seiten” ein und klicke dann oben rechts auf „Seite erstellen”. Der folgende Dialog besteht tatsächlich nur aus der ersten Seite, man muss eine Kategorie und einen Namen für die Seite festlegen. Aber Achtung: Hier gilt es, das am besten passende auszuwählen, denn beides kann nicht geändert werden.

Der Name sollte in einer normalen Schreibweise ohne zusätzliche Sonderzeichen eingegeben werden und das Ding, Projekt o.ä. möglichst genau benennen (nicht beschreiben). Gut wäre z.B.: „Initiative gegen falsche Personen-Profile”, eher schlecht „°:. KEINE FALSCHEN PROFILE!!!1!11 .:°”.

Die Kategorie ist nicht nur wichtig, weil Sie angezeigt wird, wenn die Seite in den Suchergebnissen auftaucht, sondern sie bestimmt auch die Arten von Informationen, die man im „Info”-Bereich der Seite eingeben kann. So haben z.B. öffentliche Orte im Gegensatz zu Musikern Öfnungszeiten.

Wenn die Kategorie und der Name sorgfältig ausgewählt wurden, kann nun auf „Los Geht’s” geklickt werden und man gelangt direkt auf seine neue Seite. Da die Seite noch keine Inhalte hat, ist sie mit Hinweisen von Facebook gespickt, wo denn noch welche einzutragen wären. Ab hier ist alles recht selbsterklärend und man kann direkt etwaige Mitarbeiter als Administratoren hinzufügen

3. Die Facebook-Seite benutzen

Die Administratoren können die Inhalte der Seite bearbeiten, neue Statusmeldungen, Bilder usw. veröffentlichen und die Statistiken sehen, wenn sie mit ihrem normalen Personen-Account bei Facebook eingeloggt sind und die Seite besuchen. Ist man Administrator einer Seite, dann werden auch alle Tätigkeiten auf dieser Seite mit dieser „Identität” durchgeführt.


Das kann allerdings unpraktisch werden, deswegen kann man das in den Seiten-Einstellungen ändern. Außerdem ist es auf Aktionen auf der eigenen Seite beschränkt, weswegen es eine zweite Möglichkeit gibt: Die Option „Facebook als Seite verwenden” im Menü „Konto” (auch in der rechten Seitenleiste der Seite selbst).

Dann ist es sogar möglich als Seite auf die Pinnwand anderer Seiten schreiben:

(TODO: 4. Weitere nützliche Hinweise. -username -autoposting -etc)


external memory and digital mansion

everything you always wanted to know about me * but were afraid to ask

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